500 x Karl der Große auf dem Katschhof

Gemeinsam realisierten Karl- und Kunstbegeisterte zum Karlsjahr 2014 eine Installation des Künstlers Ottmar Hörl.
Die Figuren sind aus wetterfestem glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) gefertigt und circa einen Meter hoch. Jedes Exemplar ist nummeriert und vom Künstler Ottmar Hörl signiert. Nach der Ausstellung im April erhalten die Paten ihre Karlsfigur. Oberbürgermeister Marcel Philipp übernimmt die Schirmherrschaft des Projekts.
Abholungsadresse: Hammer GmbH & Co. KG, Logistikcenter, Charlottenburger Allee 50, 52068 Aachen WICHTIG: Bitte bringen Sie den Abholschein, den Sie von der Stadt per Email oder Post erhalten haben zur Abholung mit!

Video Ausstellungseröffnung

Ottmar Hörl – Kunst im öffentlichen Raum

Der 1950 geborene Hörl stellt seit 1980 aus. 2003 machte ihn sein „Großes Hasenstück“ in Nürnberg weithin für Installationen im öffentlichen Raum bekannt. In Nürnberg lehrt er seit 1999 als Professor an der dortigen Akademie der Bildenden Künste. Nach den Nürnberger Hasen folgten weitere Installationsprojekte, darunter auch die berühmt gewordenen Gartenzwerge und die Inszenierung Wittenbergs mit Figuren von Martin Luther im Jahr 2010. Hörls Kunst ist Bestandteil einer Vielzahl öffentlicher Sammlungen. Unter anderem in Frankfurt, Essen, Stuttgart, Nürnberg, Hannover, Utrecht oder San Francisco sind seine Werke bedeutende Bestandteile von Dauerausstellungen. Im Jahr 2013 hat seine Richard Wagner- Interpretation die Innenstadt von Bayreuth in eine Ausstellungsfläche verwandelt. „Mein Karl 2014“ wird sein Schaffen im Jahr 2014 bestimmen… und den Katschhof zum Karlsjahr 2014 eindrucksvoll verwandeln.
Mehr über Ottmar Hörl
www.ottmarhoerl.de

Video mit Ottmar Hörl

500 x Karl. Brauchen wir das? Haben wir nicht schon genug Karls-Bewusstsein in Aachen?

Karl wohin man schaut. Erst recht im Karlsjahr 2014 - dem Jahr, in dem sein 1.200. Todestag vielfältig Anlass für Veranstaltungen, Ausstellungen und inhaltliche Beschäftigung mit ihm bieten wird. Muss jetzt auch noch ein Kunstprofessor aus Nürnberg herkommen und unseren Karl nicht nur vervielfachen, sondern auch noch zum einen Meter "großen" Zwerg schrumpfen? Wo bleibt denn da die Hochachtung vor der historischen Figur? Ist das nicht am Ende sogar ein wenig respektlos? Ja, eben! Karl der Große muss im Karlsjahr nicht nur wissenschaftlich dargestellt, sondern auch symbolisch vom Sockel genommen werden.

Das schafft künstlerische Auseinandersetzung, denn Kunst stellt Wahrnehmungen und Sichtweisen in Frage. Deshalb reicht ein Karl nicht. Jeder von uns hat ein anderes Bild im Kopf, wenn er an Karl denkt, "seinen" Karl eben: den Vater Europas, den Frauenheld, den Ururururur-Ahn, den Sachsenschlächter, das Postkartenmotiv, den Missionar, den Visionär, den Kulturförderer und viele mehr. 500 Karls werden da schon zusammen kommen. Und wenn er schon auf ein überschaubares Maß schrumpfen darf, dann darf er auch ein bisschen knuffiger werden als die überhöhenden Historienbilder ihn darstellen. Und aus Plastik sein. Und ein bisschen kitschig sein. Denn wann ist Kitsch schöner, als wenn er sich als solcher zu erkennen gibt? Allerdings gehört dazu eine unverkrampfte Haltung zu Kultur, Gesellschaft und Geschichte. Kunst muss auch schon mal politisch unkorrekt sein und Spaß machen dürfen. Was sagt Konzeptkünstler Ottmar Hörl dazu? "Ich mache Kunst für die Menschen. Dafür ist Kunst im öffentlichen Raum da." Das ist der eine Aspekt. Der andere ist einer, der der Aachener Mentalität aus dem Herzen sprechen sollte: "Ich bin zum Lachen noch nie in den Keller gegangen." Und das steht den Bürgern einer Stadt, die gegen den tierischen Ernst sogar einen Preis verleiht, sehr gut zu Gesicht.

Karl hat seine Paten gefunden

Mein Karl 2014 ist eine Kunstaktion, die sich vollständig aus den Erlösen des Figurenverkaufs finanziert. Alle Partner der Aktion, die Stadt Aachen, aachen tourist, OecherDeal und die POWER+RADACH werbeagentur, bringen sich ein, weil sie davon überzeugt sind, dass die Aachener die Aktion unterstützen. Und sie hatten Recht. Über 500 Paten wurden gefunden, sodass die Aktion wie geplant stattfinden kann. Nach der Ausstellung im April 2014 erhalten die Paten ihre Kunstobjekte – mit einer Echtheitsurkunde unterschrieben von Ottmar Hörl und mit einer Seriennummer, die ihren Karl als Bestandteil der sicher bundesweit für mediale Aufmerksamkeit sorgenden Ausstellung kennzeichnet.